Von Perfektion zu Gelassenheit: Emma hat als dreifache Mutter mehr Ruhe gefunden
Von Perfektion zu Gelassenheit: Emma hat als dreifache Mutter mehr Ruhe gefunden
Im Haus der Familie aus den 1960er-Jahren ist immer etwas los. Hier leben Emma und Nikolai mit ihren drei Jungs: Eskild, Freddie und dem jüngsten Familienmitglied, dem fünf Monate alten Uffe.
Eskild kann ununterbrochen über seltene Tiere und Pokémon erzählen. Freddie singt oder summt eigentlich ständig vor sich hin. Und Uffe? Als kleiner Bruder von zwei großen Jungs muss er jetzt schon so einiges mitmachen.
„Bei uns sind ständig Spielkameraden zu Besuch, und überall liegen Kuscheltiere und Spielzeug herum. Uffe muss schon einiges mitmachen, aber das meiste nimmt er ganz gelassen“, erzählt Emma.
Ruhiger ist das Leben als dreifache Mutter also ganz bestimmt nicht geworden. Trotzdem ist manches leichter, als Emma es sich vorgestellt hatte. Während die Umstellung von einem auf zwei Kinder eine große Veränderung war, verlief der Übergang von zwei auf drei überraschend unkompliziert. Vielleicht, weil Uffe in eine Familie hineingeboren wurde, die ihren eigenen Rhythmus bereits gefunden hat. Und vielleicht auch, weil Emma sich selbst im Laufe der Zeit verändert hat.
Von zwei auf drei Kinder war leichter als erwartet
Zwischen Uffe und seinem nächstälteren Bruder Freddie liegen fünf Jahre. Dieser Altersunterschied hat sich als echter Vorteil erwiesen. Eskild und Freddie sind inzwischen so groß, dass sie vieles allein schaffen – und vor allem haben sie einander.
„Die beiden Großen sind beste Freunde. Sie teilen alles: Freunde, ein Zimmer, Interessen und Spielzeug. Deshalb war ich schon ein bisschen gespannt, wie sie auf ein Baby in der Familie reagieren würden.“
Doch die Sorge erwies sich schnell als unbegründet. Beide großen Brüder haben Uffe liebevoll aufgenommen und kümmern sich rührend um ihn. Vor allem Freddie ist, wie Emma selbst sagt, regelrecht „vernarrt“ in seinen kleinen Bruder. Er möchte ihm nahe sein, mit ihm sprechen und ihn bei jeder Gelegenheit liebevoll bespaßen.
Gleichzeitig sorgt das Alter der beiden Großen dafür, dass Uffe auch Ruhe und Zeit allein mit seinen Eltern genießen kann. Seine Brüder sind mit den Kindern aus der Nachbarschaft, dem Trampolin und ihren Pokémon-Karten beschäftigt, während Uffe Emma und Nikolai durch den Alltag begleitet. Wenn Eskild vor acht Uhr zur Schule gebracht werden muss, kommt Uffe einfach mit. Und das funktioniert.
„Bei uns herrscht Chaos, aber es gibt jede Menge Liebe“, bringt Emma es auf den Punkt.
„Mit jedem Kind bin ich ein bisschen weniger perfektionistisch geworden“
Als Emma mit 25 Jahren zum ersten Mal Mutter wurde, gab es vieles, das sie unbedingt richtig machen wollte. Eskild sollte ordentlich angezogen sein. Er sollte sich gesund ernähren. Es standen Babykurse zur Bewegungsförderung auf dem Programm, und alles sollte möglichst gut organisiert sein.
Drei Kinder später sieht die Welt ein bisschen anders aus.
„Heute ist es mir nicht einmal mehr wichtig, ob die Jungs passende Socken tragen. Freddie hat seine Kleidung grundsätzlich auf links an, und wenn wir das Haus verlassen, haben wir meistens irgendetwas vergessen. Aber irgendwie klappt es am Ende immer.“
Das bedeutet allerdings nicht, dass Emma ihre Umgebung gleichgültig geworden ist. Ganz im Gegenteil. Sie beschreibt sich selbst als durch und durch ästhetischen Menschen. Sie liebt schönes Design und inspirierende Räume, und die Einrichtung des Familienhauses ist bis ins kleinste Detail durchdacht.
Doch das Schöne darf dem Leben niemals im Weg stehen. Alles im Haus hat eine Funktion und ist dazu da, benutzt zu werden. Die Kinder dürfen auf dem Sofa hüpfen, und wenn etwas auf dem Teppich verschüttet wird, ist das kein Weltuntergang.
Mit der Zeit hat Emma auch gelernt, bewusster zu entscheiden, wofür sie ihre Energie einsetzen möchte:
„Ich möchte meine Energie lieber dafür nutzen, wirklich für meine Kinder da zu sein, als mich über alles Mögliche zu stressen.“
Man vergisst Dinge. Die Socken passen nicht immer zusammen. Die Wäsche stapelt sich. Und trotzdem schafft es die Familie am Ende meistens irgendwie aus dem Haus.
Eine schlechte Nacht muss noch lange keinen schlechten Tag bedeuten
Diese Gelassenheit spürt Emma auch beim Thema Schlaf. Als frischgebackene Mutter konnte eine einzige schlechte Nacht den gesamten nächsten Tag bestimmen – vor allem ihre Stimmung und ihre Energie.
„Früher habe ich mir so viele Gedanken über den Schlaf gemacht. Heute habe ich gelernt, dass eine schlechte Nacht nicht automatisch einen schlechten Tag bedeuten muss. Ich kann mich schließlich immer noch einmal hinlegen und ein bisschen schlafen. Deshalb mache ich mir darüber nicht mehr so viele Gedanken.“
Mit Uffe versucht die Familie deshalb, einfach dem Rhythmus zu folgen, der gerade für sie funktioniert. Er ist fünf Monate alt und schläft tagsüber normalerweise dreimal – manchmal im Elternbett, manchmal im Kinderwagen oder in seiner Wiege.
Uffe mag sanfte Bewegungen, wenn er zur Ruhe kommen soll. Oft hilft es auch, wenn Emma ihm etwas vorsingt. Abends wird er gegen 20 Uhr ins Bett gebracht und schläft zunächst in seiner Wiege, bis er gegen 23 Uhr wieder aufwacht und gestillt werden möchte. Danach kommt er ins Elternbett, wo er den Rest der Nacht verbringt und noch ein paar Mal zum Stillen aufwacht.
„Wenn ich ihn in die Wiege lege, kommt er fast immer zur Ruhe. Dann liegt er dort und schaut auf seine kleine Lampe, die kleine Blumenmuster an die Decke projiziert.“
Das ist der Rhythmus, der für die Familie im Moment funktioniert. Und wenn sich das irgendwann ändert, werden sie auch dafür eine Lösung finden.
Wenn das Baby zur Ruhe kommt, bleibt auch Zeit für Mama und Papa
Dabei ist es noch gar nicht so lange her, dass die Wiege an einem ganz anderen Platz im Haus stand. Anfangs wurde sie im Wohnzimmer für Uffes längere Tagschläfchen genutzt. Doch als seine Nickerchen kürzer wurden, stellte die Familie die Wiege ins Schlafzimmer. Dort ist sie inzwischen zu einem festen Bestandteil des abendlichen Einschlafrituals geworden.
Das hilft Uffe, zur Ruhe zu kommen. Gleichzeitig hat es Emma und Nikolai aber auch etwas geschenkt, das in einer Familie mit drei Kindern schnell zu kurz kommen kann: gemeinsame Zeit zu zweit.
„Abends schläft er ein paar gute Stunden darin. So können mein Mann und ich es uns gemeinsam auf dem Sofa gemütlich machen. Ein bisschen dringend benötigte Zeit nur für uns Erwachsene, um wieder neue Energie zu tanken.“
Denn wenn man zu einer fünfköpfigen Familie geworden ist, müssen die kleinen Pausen nicht unbedingt mit Wäschewaschen, Aufräumen oder dem nächsten Punkt auf der To-do-Liste gefüllt werden. Manchmal ist es am wichtigsten, einfach gemeinsam auf dem Sofa sitzen zu können – als Paar und nicht nur als Eltern.
Es muss nicht alles perfekt sein, um schön zu sein
Emma wusste schon immer, dass sie Mutter werden wollte. Wenn sie heute Eskild, Freddie und Uffe ansieht und an das Familienleben denkt, dass sie gemeinsam mit Nikolai aufgebaut hat, empfindet sie vor allem eines: Stolz.
„Ich bin unglaublich stolz darauf, dass ich Niko als Vater meiner Kinder gewählt habe. Er ist das genaue Gegenteil von mir, und gerade deshalb ergänzen wir uns so gut.“
Bei ihnen zu Hause ist es oft ein bisschen unordentlich. Mit der Wäsche hinkt die Familie fast immer hinterher, und das Abendessen kommt, wie Emma selbst sagt, „irgendwie jeden Tag aufs Neue überraschend“.
Aber es gibt auch jede Menge Raum: für Spiel und Kreativität, für einen zusätzlichen Spielkameraden am Esstisch – und für ein Familienleben, in dem nicht immer alles auf Anhieb klappen muss.
„Wir sind keine perfekten Eltern, aber wir können gut aus unseren Fehlern lernen, miteinander reden, uns entschuldigen und auch großen Gefühlen Raum geben.“
Und das gilt genauso für die Nächte, in denen nicht alles nach Plan läuft.
„Ich bin viel besser darin geworden, die Dinge einfach gelassen zu nehmen – that's life with kids. Zum Glück kommt schon bald die nächste Nacht, und dann wird das schon wieder.“
Vielleicht ist genau das der größte Unterschied zwischen dem ersten und dem dritten Kind: Nicht, dass der Familienalltag weniger chaotisch geworden wäre, sondern dass Emma gelernt hat, mitten im Trubel mehr Ruhe zu finden.